Erwachsenentaufe

Menschen stammen aus einem nichtchristlichen Umfeld. Sie haben Christen kennen gelernt und möchten jetzt auch katholisch werden.
„Wenn mein Kind erwachsen ist, soll es selber entscheiden, ob es zur Kirche angehören will.“ Mit dieser Begründung haben Eltern ihre Kinder nicht getauft. Jetzt möchten diese jungen Leute katholisch werden.
 In solchen und ähnlichen Situationen begeben sich Menschen auf den Weg in die katholische Kirche. Dieser Weg wird mit einem alten Wort Katechumenat genannt. Er geht so:

1. Schritt: Kontakt zu unserer Kirchengemeinde aufnehmen
Katholisch wird man nicht durch einen Verwaltungsakt. Katholischer-Christ-sein ist eine Lebenseinstellung. Die kommt nicht plötzlich, sondern muss und darf wachsen. Im allgemeinen sollten Sie sich dafür ein Jahr Zeit nehmen. Sicher haben Sie sich schon viele Gedanken gemacht. Nehmen Sie doch einfach  Kontakt mit unserer Kirchengemeinde auf. Mit unserem Pfarrer oder unseren anderen Seelsorgern und Seelsorgerinnen stimmen Sie im Gespräch ab, wie es auf dem  Weg in die katholische Kirche weitergehen soll. Hilfreich ist es auch, wenn Sie eine andere Person Ihres Vertrauens kennen, die in der Lage ist, Sie zur Taufe zu begleiten. Dann haben Sie auf Ihrem Weg gute Begleiter.

2. Schritt: Katechumenat
Wenn Sie sich entschieden und den Kontakt zu einem Seelsorger hergestellt haben, erfolgt die Aufnahme in den Katechumenat. Wenn zwei zueinander gehören möchten, sagen sie sich ihre Liebe. Auf dem Weg zur Taufe ist die Aufnahme in den Katechumenat so etwas wie eine Liebeserklärung. Diese kleine gottesdienstliche Feier zeigt Ihnen: Gott begleitet mich auf meinem Weg. Sie erklären Ihre Bereitschaft, sich mit dem Glauben auseinander zu setzen und ihn im Leben einzuüben.

3. Schritt: Gespräche
Nun beginnt die Zeit der Gespräche, des Kennenlernens der Kirche (als Haus und als Gemeinschaft), der Bibel, der Feste, der Gottesdienste, der guten Traditionen... Am besten gelingt diese Zeit in einer Gruppe. In unserer Pfarrei wird ein Glaubenskurs zu allen Themen des Glaubens angeboten. Geeignete Begleiter sind aber neben den Teilnehmern des Glaubenskurses auch Freunde, Bekannte, Ehepartner oder Lebensgefährten, Familienangehörige und ein Mitglied unseres Seelsorgeteams. Die Verbindung zu Christus und der Kirche wird immer fester.

4. Schritt: Zulassung
Ihr Entschluss ist gereift? Sie freuen sich auf die Taufe? Seien Sie gewiss: Auch unsere Kirchengemeinde freut sich mit Ihnen! Dann folgt abschließend die Zulassung zur Taufe gegebenenfalls in einem Gottesdienst. Idealerweise geschieht dies in der österlichen Bußzeit. Die Wochen bis Ostern sind ausgefüllt mit der intensiven Mitfeier der Gottesdienste in unserer Kirchengemeinde, mit Gesprächen und Riten, die den Entschluss bestärken.

5. Schritt: Taufe
Die Aufnahme in die Kirche geschieht durch die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie. Gemeinsam mit der ganzen Gemeinde werden sie in der Regel in der Osternacht gefeiert. In diesem Gottesdienst drückt sich der katholische Glaube am dichtesten aus: Gottes Geschichte mit den Menschen, der Tod und die Auferstehung Jesu Christi, der Weg mit ihm in die Zukunft.
Dann haben Sie es geschafft – und doch nicht!? Jetzt gilt es, als Christ zu leben, in der Familie und dem Umfeld, im Beruf und in der Kirchengemeinde. Nun liegt es an Ihnen, Ihren Glauben mit Leben zu erfüllen. Die Gemeinde und ihre Seelsorger stehen dabei an Ihrer Seite.