Katholische Pfarrkirche "Herz Jesu"
Europaweite Spendensammlung
In der Zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Weimarer Katholische Gemeinde relativ stark gewachsen, so dass ein neuer Gottesdienstraum erforderlich war. 1870 zählte die Gemeinde ca. 700 Mitglieder. Die Vorbereitungen für den Bau einer neuen Kirche erwiesen sich aber als recht schwierig, weil das nötige Geld fehlte. Deshalb wurden zunächst in ganz Europa umfangreiche Sammel- und Spendeaktionen durchgeführt. 1863 begann auf Betreiben von Pfarrer Anton Hohmann und des Großherzoglichen Gesandten Graf Minckwitz die Sammlung für den Kirchenbau. Papst Pius IX. und sein Staatssekretär Kardinal Antonelli gehörten zu den ersten Spendern. Fast alle katholischen Fürsten und insbesondere das Österreichische Kaiserhaus Habsburg, vor allem aber viele Gemeindemitglieder, beteiligten sich an den Baukosten. Auch Franz Liszt stiftete eine größere Summe und hinterließ der Kirche eine Dotation aus seinem Nachlass.
Italienische Renaissance
Nach langen und teilweise schwierigen Verhandlungen wurde der Kirchengemeinde ein geeigneter Baugrund überlassen: Großherzog Carl Alexander bestimmte als Bauplatz für die neue Kirche den Platz vor der ehemaligen Lottenmühle. Diese war bereits 1887 als Pfarrhaus gekauft worden.
Als Baumeister für die Kirche wurde durch Pfarrer Karl Jüngst der Dombaumeister des Bistums Limburg, der Frankfurter Architekt Max Meckel, gewonnen, der für den Außenbau dem Wunsch des Großherzogs Carl Alexander entsprechend einen Entwurf im Stil der italienischen Renaissance vorlegte. Das direkte Vorbild der neuen Kirche war der Dom von Florenz, von dem Meckel die Form der Kuppel und des Glockenturms übernahm - bis heute zwei wesentliche Blickpunkte für die nähere Umgebung der Kirche.
Als Baumeister für die Kirche wurde durch Pfarrer Karl Jüngst der Dombaumeister des Bistums Limburg, der Frankfurter Architekt Max Meckel, gewonnen, der für den Außenbau dem Wunsch des Großherzogs Carl Alexander entsprechend einen Entwurf im Stil der italienischen Renaissance vorlegte. Das direkte Vorbild der neuen Kirche war der Dom von Florenz, von dem Meckel die Form der Kuppel und des Glockenturms übernahm - bis heute zwei wesentliche Blickpunkte für die nähere Umgebung der Kirche.
Nach dem Bau
Die eigentliche Bauausführung ging ziemlich rasch vonstatten. Der Grundsteinlegung am 22. Mai 1889 folgte 13 Monate später das Richtfest (21.6.1890) und am 27. September 1891 die Einweihung der Kirche durch den Fuldaer Bischof Dr. Joseph Weyland.
Zu diesem Zeitpunkt zählte die Gemeinde rund 1200 Mitglieder. In den folgenden Jahrzehnten vergrößerte sich die Weimarer Gemeinde immer weiter. 1920 fand in Weimar der erste Thüringer Katholikentag statt, ein weiterer folgte 1928. Ein Jahr später besuchte der päpstliche Nuntius Eugenio Pacelli - der spätere Papst Pius XII. - die Gemeinde, die 1930 bereits 3800 Mitglieder zählte. Ende der Dreißiger Jahre wurde die Kirche erstmals in größerem Umfang renoviert.
Das Gotteshaus der Weimarer Katholiken blieb von den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs nicht verschont. Die Bomben des 9. Februar 1945 trafen das nördliche Seitenschiff (zur heutigen Paul- Schneider-Straße); die äußeren Schäden wurden dank der Unterstützung durch die amerikanische Besatzungsmacht bis Oktober 1945 weitestgehend behoben.
Zu diesem Zeitpunkt zählte die Gemeinde rund 1200 Mitglieder. In den folgenden Jahrzehnten vergrößerte sich die Weimarer Gemeinde immer weiter. 1920 fand in Weimar der erste Thüringer Katholikentag statt, ein weiterer folgte 1928. Ein Jahr später besuchte der päpstliche Nuntius Eugenio Pacelli - der spätere Papst Pius XII. - die Gemeinde, die 1930 bereits 3800 Mitglieder zählte. Ende der Dreißiger Jahre wurde die Kirche erstmals in größerem Umfang renoviert.
Das Gotteshaus der Weimarer Katholiken blieb von den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs nicht verschont. Die Bomben des 9. Februar 1945 trafen das nördliche Seitenschiff (zur heutigen Paul- Schneider-Straße); die äußeren Schäden wurden dank der Unterstützung durch die amerikanische Besatzungsmacht bis Oktober 1945 weitestgehend behoben.
Nach dem II. Vatikanischen Konzil
Im Zuge der Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil begann 1964 die Umgestaltung und Renovierung der Pfarrkirche. Der neugotische Hochaltar und die Nebenaltäre in den Querschiffen wurden abgebrochen, die Bänke wurden abgedrechselt, ein Volksaltar errichtet und die Kirche insgesamt schlichter gestaltet.
Im Jahre 1982 wurde die Herz-Jesu-Kirche in die Denkmalliste des Kreises Weimar aufgenommen, eine erneute Ausmalung nach den Plänen des Weimarer Künstlers Horst Jährling erfolgte Mitte der 80er Jahre.
Im Jahre 1982 wurde die Herz-Jesu-Kirche in die Denkmalliste des Kreises Weimar aufgenommen, eine erneute Ausmalung nach den Plänen des Weimarer Künstlers Horst Jährling erfolgte Mitte der 80er Jahre.
Sanierungsarbeiten
Eine grundlegende Sanierung des Gotteshauses unter der Leitung des Architekten Klaus-Peter Ruhland erfolgte in den Jahren 1996-98 (Installation, Dächer, Heizung, Ausmalung, Restaurierung der Fenster) und 1999-2001 (Fassade, Campanile).
Im Jahr 2009 wurde der Fußboden der Kirche komplett saniert. Dabei fanden sich im Altarraum die historischen Mettlacher Bodenplatten der Firma Villeroy & Boch aus der Erbauungszeit, die saniert wurden und wieder sichtbar sind.
Im Juli 2010 wurden ein neuer Ambo und ein neuer Altar geweiht.
Im Jahr 2009 wurde der Fußboden der Kirche komplett saniert. Dabei fanden sich im Altarraum die historischen Mettlacher Bodenplatten der Firma Villeroy & Boch aus der Erbauungszeit, die saniert wurden und wieder sichtbar sind.
Im Juli 2010 wurden ein neuer Ambo und ein neuer Altar geweiht.
Fenster
Die 1891 vollendete Gesamtverglasung stammt aus der Werkstatt der Gebrüder Ely aus Wehlheiden bei Kassel, in der auch die Entwürfe entstanden sind. Ihnen liegt ein umfangreiches theologisches Programm zu Grunde. Der damalige Pfarrer der Gemeinde, Karl Jüngst, hat in den Fenstern eine Theologie der göttlichen Barmherzigkeit und der endzeitlichen Heilserwartung entwickelt, die in der Darstellung dreier großer Rosetten, diverser Heiligenbilder, Lebenszyklen der Nebenpatrone der Kirche (Hl. Bonifatius, Hl. Elisabeth von Thüringen), in Vierpassfenstern mit den Sakramenten und Chorfenstern mit den Werken der Barmherzigkeit eine beeindruckende Fülle zeigt.
Mit ihren 79 in musivischer Technik ausgestatteten Fenstern und weiteren ornamentalen Farbverglasungen besitzt die Herz-Jesu-Kirche den umfangreichsten Glasmalereibestand des 19. Jahrhunderts unter den Kirchen Thüringens.
Mit ihren 79 in musivischer Technik ausgestatteten Fenstern und weiteren ornamentalen Farbverglasungen besitzt die Herz-Jesu-Kirche den umfangreichsten Glasmalereibestand des 19. Jahrhunderts unter den Kirchen Thüringens.
Kriegsschäden
Die ornamentalen Emporen- und Kuppelfenster, die bei einem Bombenangriff auf Weimar am 9.2.1945 zu Bruch gingen, wurden durch die Kunstglaserei Kraus Weimar in den Jahren 1945-1947 sehr wohl nach dem Vorbild der historischen Fenster, jedoch in eigener, inzwischen auch historischer Diktion ersetzt.
Die schweren Schäden im Bereich der Dächer konnten nach den provisorischen Reparaturen 1945/46 erst in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts endgültig saniert werden.
Die schweren Schäden im Bereich der Dächer konnten nach den provisorischen Reparaturen 1945/46 erst in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts endgültig saniert werden.
Campanile
Nach der Fertigstellung des Turmes wurden die 1891 von der Firma Ullrich (Apolda) gegossenen Glocken im Jahre 1910 aufgehängt und 1916 mit einem elektrischen Läutewerk versehen. Dem Geläut mit den Tönen Dis1-Fis1-H1 wurden vorzügliche musikalische Eigenschaften bescheinigt.
Im 1. Weltkrieg konnten die Glocken vor dem Einschmelzen gerettet werden. Während des 2. Weltkrieges jedoch wurden die zwei größeren Glocken abgenommen. Bis 1942 widersetzte sich der damalige Pfarrer Wilhelm Breitung der Beschlagnahmung der Glocken, musste dann aber aufgeben. Durch glückliche Umstände blieben die Christus- und die Marien-Glocke vor dem Einschmelzen bewahrt. Sie wurden 1947 von Hamburg aus nach Weimar zurückgeführt und erklingen bis zum heutigen Tag.
1994 wurde der elektrische Antrieb durch einen neuen elektronischen ersetzt.
Im 1. Weltkrieg konnten die Glocken vor dem Einschmelzen gerettet werden. Während des 2. Weltkrieges jedoch wurden die zwei größeren Glocken abgenommen. Bis 1942 widersetzte sich der damalige Pfarrer Wilhelm Breitung der Beschlagnahmung der Glocken, musste dann aber aufgeben. Durch glückliche Umstände blieben die Christus- und die Marien-Glocke vor dem Einschmelzen bewahrt. Sie wurden 1947 von Hamburg aus nach Weimar zurückgeführt und erklingen bis zum heutigen Tag.
1994 wurde der elektrische Antrieb durch einen neuen elektronischen ersetzt.
Orgel
Die erste Orgel der Pfarrkirche "Herz Jesu" wurde durch die Firma Gebr. Walter aus Guhrau (Schlesien) errichtet. Durch Kriegszeiten vieler ihrer Originalpfeifen beraubt und immer wieder baulichen Veränderungen unterworfen, tat sie 100 Jahre lang ihren Dienst.
Die 1991 aus dem Kloster Wettingen (Schweiz) übernommene Metzler-Orgel (Baujahr 1953) wurde im Jahr 2009 ausgebaut.
In den Jahren 2010/11 erbaute die Firma Orgelbau Waltershausen auf der Empore der Kirche die Franz-Liszt-Gedächtnisorgel.
Die 1991 aus dem Kloster Wettingen (Schweiz) übernommene Metzler-Orgel (Baujahr 1953) wurde im Jahr 2009 ausgebaut.
In den Jahren 2010/11 erbaute die Firma Orgelbau Waltershausen auf der Empore der Kirche die Franz-Liszt-Gedächtnisorgel.