Franz Liszt (1811-1886)

Franz Liszt
Franz Liszt war Komponist, Pianist, Dirigent, Theaterleiter, Musiklehrer und Schriftsteller. Er war einer der prominentesten Klaviervirtuosen und einer der produktivsten Komponisten des 19. Jahrhunderts.
Nachdem er im November 1841 im Hofkonzert der Großherzogin Maria Pawlowna aufgetreten war, erhielt er ein Jahr später die Ernennung zum Hofkapellmeister.
In Weimar nahm Liszt 1848 seinen festen Wohnsitz. Zunächst wohnte er im Hotel „Erbprinz“ am Markt, später siedelte er in die Altenburg zu Fürstin Caroline von Sayn-Wittgenstein um.
Nach seiner Abreise 1861 nach Rom kam Liszt 1867 erstmals wieder nach Weimar. Grund waren die Vorbereitung zur Aufführung des „Elisabeth“ – Oratoriums auf der Wartburg. Es folgten unregelmäßige, teils monatelange Aufenthalte in Weimar, bei denen er in der Hofgärtnerei, dem heutigen Lisztmuseum, wohnte.
Franz Liszt war Zeit seines Lebens praktizierender Katholik. In besonderer Weise lag ihm die Gestaltung der Gottesdienste am Herzen. Von seiner Sorge um eine „Neue Kirchenmusik“ profitierte auch die katholische Kirchengemeinde Weimars. Nicht nur, dass er selbst die kleine Orgel im Betsaal des Jägerhauses spielte. Zu Festen und Feiertagen bemühte er zur Gestaltung der Liturgie auch Musiker der Hofkapelle und ließ zudem aus dem Hoftheater die Truhenorgel herbeischaffen.
Zu „seinem“ Pfarrer Anton Hohmann pflegte er ein herzliches Verhältnis. In entscheidendem Maße ist es den Bestrebungen Pfarrer Hohmanns, Baron von Minckwitz´ und Franz Liszts zu verdanken, dass zum Ende des 19. Jahrhunderts die Herz-Jesu-Kirche gebaut werden konnte. Selbst während seines Aufenthaltes in Rom blieben die Planungen um den Kirchenneubau für Franz Liszt ein Herzensanliegen. So avisiert er dem Baron eine Spende von 100 Talern und ermuntert ihn:
„Es ist gewiss wünschenswert, dass der katholische Gottesdienst in Weimar eine Kirche besitzt, die angemessener für die Feier seiner erhabenen Geheimnisse ist; und außerdem, als ein gewaltiger Aspekt für mehr Übereinstimmung mit der Residenz eines Prinzen, der sensibel ist für Architektur, als diejenige, die bis jetzt Augen und Seele verärgert durch den Zerfall und den Mangel.“ (Brief an Baron von Minckwitz, Rom, 30. Mai 1863)